Der Werdegang der Wellensittiche
Wie wir alle wissen, kommen Wellensittiche nur auf dem australischen Kontinent in freier Wildbahn vor. Aber bereits Mitte des 19. Jahrhunderts führten Europäer die von einem gewissen George Shaw erstmals beschriebenen Vögel massenhaft ein. Mit der Folge, dass es in Europa zu einem massiven Preisverfall kam und die Sittiche quasi verramscht wurden (wie bei den heutigen Verhältnissen).Erst 1894 stoppte Australien das Ausfuhrverbot, dieses gilt auch heute noch. Dadurch kam es zu kommerziellen Massenzuchten, damit der Bedarf gedeckt werden konnte. Von artgerechten Verhältnissen konnte keine Rede sein. Die Gier und Experimentierlust mancher Züchter nahm damals wie heute zudem immer groteskere Formen an. Immer neuere Farbschläge wurden herausgezüchtet, oftmals wurde gezielt Inzest eingesetzt. Bei manchen heutigen Züchtern ist das bedauerlicherweise nicht anders.
Während der Jahre haben sich die Wellensittiche in ihren Gewohnheiten so verändert, dass man sie schwerlich mit den wildlebenden Vögeln vergleichen kann. Oftmals hört man den Satz: "Aber in freier Wildbahn ist das doch auch so". Das stimmt nur bedingt. Die Lebensgewohnheiten, die Ernährung, das Immunsystem, alles hat sich verändert und ist nicht mehr an das Leben "da draußen" angepasst. Schon allein die verschiedensten Farbschläge wären ein Risikofaktor.
Was bleibt, sind die Instinkte. Zum Beispiel das ausgeprägte Sozialverhalten. Wellensittiche leben in großen Gemeinschaften und sollten auch in Gefangenschaft niemals einzeln gehalten werden.
Oder die Tatsache, dass viele Weibchen leidenschaftliches Knabberinnen sind , da die Wildtiere Höhlen (teilweise selbst geschaffene) in Bäumen zum Brüten benutzen.
Man könnte noch vieles anbringen. Trotzdem sollte man direkte Vergleiche mit den kleinen Australiern vermeiden.
Der Artikel wurde am 25.12.2010 von Nune veröffentlicht.
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