Wellensittiche als Weihnachtsgeschenk?
Es geht mit riesengroßen Schritten auf Weihnachten zu und manch einer - besonders Kinder - hofft vielleicht auch dieses Jahr wieder sehnsüchtig auf ein ganz besonders Weihnachtsgeschenk: Ein Lebendiges! Zum Beispiel Wellensittiche.Manche Eltern, Großeltern, Freunde oder Bekannte lassen sich erweichen - oder haben vielleicht von Anfang an ein solches Präsent geplant.
Aber Vorsicht! Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht!
Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, Kindern, Partner oder Freunden den innigen Wunsch nach einem Vogelpärchen oder -Schwarm zu erfüllen. Aber Wellensittiche unter dem Weihnachtsbaum sind nicht immer eine gute Idee. Wer keinen Kummer am Heiligabend oder kurz danach riskieren will, muss sich vorher ein paar Gedanken machen:
1. Keine Überraschungsgeschenke!
Tiere sind Lebewesen und eine große Verantwortung. Niemals dürfen sie spontan, unüberlegt oder ohne Einverständnis des Beschenkten verschenkt werden! Wellensittiche brauchen viel Platz und Aufmerksamkeit, kosten nicht wenig Geld und können bis zu zehn oder fünfzehn Jahre alt werden. So lange sind sie auf die Fürsorge ihres Besitzers angewiesen. Nur wenn der zukünftige Vogelhalter weiß, was ihn erwartet, und bereit und willens ist, das zu leisten, darf man ihn mit einem tierischen Geschenk beglücken. Nur allzu viele lieb gemeinte, aber unüberlegt verschenkte Vögelchen füllen kurz nach dem Fest die Tierheime - genau wie zahlreiche andere Heimtiere.
Und die Wellis, die zwar in ihrem Zuhause bleiben, aber ungeeignet untergebracht, schlecht versorgt, vom nötigen Freiflug ausgeschlossen oder gar einzeln gehalten und vernachlässigt werden, erleiden oft ein noch schlimmeres Schicksal.
Daher Regel Nr. 1:
Wellensittiche (und andere Tiere) bitte nur mit Einverständnis des Beschenkten verschenken!
2. Nur Wellensittiche verschenken?
Ein Wellensittichpärchen kostet etwa 30 - 60 Euro. Allerdings sind die Vögel selbst einer der geringsten Kostenfaktoren. Wesentlich teurer schlägt beispielsweise das Vogelheim zu Buche: Ein halbwegs artgerechter Käfig oder eine kleine Voliere kostet mindestens 80-100, eher 150-250 Euro. Dazu kommen Kosten für einen Eingangscheck beim Tierarzt, Spielzeug und Zubehör, Futter und Einstreu, eine Birdlamp, Transportkäfig und natürlich etwaige Behandlungskosten, wenn die Vögel krank werden. Diese Kosten hat entweder der zukünftige Besitzer (ist er damit einverstanden oder vielleicht überfordert?) oder die Schenker.
Wer also die Vögel mit vollständiger Ausstattung verschenken möchte, muss mit mindestens 200-300 Euro rechnen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, die Geschenke aufzuteilen: Einer schenkt den Käfig, ein anderer einen Spielplatz, ein anderer vielleicht eine Tüte Futter. So lassen sich verschiedene Geschenkbudgets vereinigen. Noch einfacher: Einen Gutschein der Zoohandlung verschenken.
Daher Regel Nr.2:
Auch die Kosten für Unterbringung, Versorgung und Zubehör bedenken!
3. Wirklich die Wellensittiche selbst verschenken?
Wenn der glückliche Beschenkte sich seine künftigen Mitbewohner wünscht und weiß, was ihn erwartet, alle Kosten für eine artgerechte Unterbringung selbst tragen will oder diese mit geschenkt bekommt, spricht im Grunde nichts gegen das Geschenk.
Außer: Bitte die Vögel nicht selbst an Weihnachten verschenken.
Die Weihnachtszeit ist eine gefährliche Zeit für Ziervögel, besonders, wenn Tiere und Besitzer noch nicht so vertraut mit den Gefahren der Adventszeit sind. Zudem ist Weihnachten meist sowieso laut, voll, stressig - nicht die ideale Eingewöhnungsumgebung.
Und schließlich darf man nicht vergessen: Ein Haustier ist eine Persönlichkeit, ein Familienmitglied. Es sollte daher besser dem Vogelhalter überlassen bleiben, seine zukünftigen Mitbewohner auszusuchen!
Daher lässt sich die 3. Regel für Wellis unter'm Weihnachtsbaum festhalten:
Nicht die Tiere selbst verschenken, sondern lieber einen "Stellvertreter"!
Schön sind z.B. kleine Kuschelwellis oder Kunststofffiguren. Alternativ freut sich der künftige Vogelhalter sicher auch über einen Tierratgeber - oder einfach über das Zubehör!
Nach Weihnachten können dann Schenker und Beschenkter gemeinsam die neuen Mitbewohner aussuchen und kaufen gehen. Vielleicht stattet man auch dem Tierheim einen Besuch ab und gibt den leider viel zu vielen Vögeln ein Zuhause, die weniger gut überlegt verschenkt wurden und nun schon wieder abgegeben wurden...?
Der Artikel wurde am 07.12.2010 von Blueberry veröffentlicht.
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