Gegen Einzelhaltung - Teil 1
Leider halten viele ihre Wellensittiche immer noch als Einzelvogel. Bei manchen haben sogar sämtliche Überzeugungsversuche keinen Sinn.Als Kind habe ich genau den gleichen Fehler gemacht, einfach aus Unwissenheit.
Meinen ersten Wellensittich bekam ich geschenkt. Er war grün (wildfarben) und ich nannte ihn Bubi. Leider habe ich sämtliche Haltungsfehler begangen, die es nur so gibt:
- Einzelhaltung
- runder kleiner und auch noch weißer Käfig
- wenig abwechslungsreiche Ernährung
- Spiegel im Käfig.
Damals war ich der festen Überzeugung, mein Bubi sei glücklich. Genau dieser Meinung sind heute leider auch noch die Meisten, die einen Einzelvogel halten. Bubi war sehr zahm, lernte irgendwann sprechen und folgte mir auf Schritt und Tritt. Schließlich hat er mich als Ersatzpartner angesehen, weil er ja sonst niemanden hatte. Und dass das Sprechen für einen Wellensittich nur der verzweifelte Versuch ist, mit seinem Partner, dem Menschen, zu kommunizieren, auch das wusste ich damals nicht.
Eines Tages flog mir ein Rosenköpfchen zu. Heute weiß ich, dass man Unzertrennliche weder alleine, noch mit Wellensittichen zusammen halten sollte. Damals habe ich das Rosenköpfchen einfach zu meinem Bubi dazu gesetzt.
Sie blieb mir jedoch nicht lange erhalten, starb kurze Zeit später. Wer weiß, wie lange sie vorher draußen unterwegs war, geschweige denn, wie alt sie war.
Da war Bubi wieder alleine, hatte wieder nur mich, zumindest ab mittags, sobald die Schule aus war.
Als ich meine Ausbildung begann und den ganzen Tag unterwegs war, beschloss ich -ENDLICH- ihm ein Weibchen zu kaufen. Die blaue Schönheit nannte ich Nicky.
Leider vertrugen sich die beiden überhaupt nicht. Nicky war noch so jung und viel zu wild.
Ich beschloss, noch ein Weibchen und noch ein Männchen dazu zu kaufen. Von da an klappte es prima.
Ab da vergrößerte sich mein Schwarm ständig. Bis ich schließlich 16 Racker hatte. Sie hatten einen eigenen Raum mit ständigem Freiflug zur Verfügung sowie eine riesige, selbstgebaute Voliere, in der sie nachts schliefen.
Es ist so wundervoll, das Sozialverhalten in einem Schwarm zu beobachten. All diese Liebe und Zuneigung untereinander, das alles kann ein Mensch einem Einzelvogel gar nicht bieten.
Mein Bubi wurde übrigens 17 Jahre alt. :-)
Der Artikel wurde am 27.05.2009 von Wonni veröffentlicht.
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