Kranke Vögel im neuen Schwarm Teil 3
Nachdem sich der Psittakoseverdacht nicht bestätigt hat, waren wir guten Mutes, dass wir die Megas mit einer Umstellung der Ernährung, Ampho-Moronal und viel Zeit in den Griff bekommen. Wir beobachteten die Vögel mit Argusaugen vom Verhalten, Fressgewohnheiten und vom Kot her. Der Kot normalisierte sich, die Tiere machten einen agilen Eindruck. Nur Emelie begann uns Sorgen zu machen. Sie saß oft alleine, scheuchte alle anderen weg, sobald sie in ihre Nähe kamen und hockte überwiegend halb liegend auf der Stange, die Flügel leicht abgespreizt, als wenn es ihr zu warm wäre. An manchen Tagen war es ja auch recht warm, aber so warm war es in der Wohnung nun auch wieder nicht und alle anderen Tiere verhielten sich normal.Emelies Verhalten änderte sich weder nach dem "duschen", noch als es kühler wurde und wir gingen mit ihr und ihrem Partner Fipsi zum TA. Organisch konnte nichts festgestellt werden, alle Abstriche waren normal, beide wurden negativ auf Megas u.a. Erregern getestet. Der Vogel sei halt gestresst und muss einzeln isoliert werden, meinte der TA. Ohne Fipsi sollten wir sie isolieren, was weder uns noch Emelie noch Fipsi einleuchtete, wie wir schnell bemerken durften. Wir hielten uns erst an die Anordnung vom TA und packten das Trenngitter in die Voliere. Das Resultat war, dass Emelie total unglücklich und immer noch mit gespreizten Flügeln hockte und ihren Fipsi rief. Fipsi als ein gut erzogener Partner, hing überwiegend am Trenngitter und rief nach Emelie. Manchmal gesellte er sich auch zu den alten Herren, was zur Folge hatte, dass Emelie laut vernehmlich zeterte. Sie kuschelten und schnäbelten durch das Gitter.
Am Abend kam keine Ruhe rein, Fipsi randalierte auf der einen, Emelie auf der anderen Seite. Das deuchte mir nicht nach Stressminderung. Gegen 21:00 Uhr entschlossen wir uns, die beiden wenigstens über Nacht zusammenzulassen und entfernten das Trenngitter. Die anderen übernachteten in der anderen Voliere, so dass wir den Übergang zu der Voliere entfernen konnten. Sie flogen zusammen auf eine Stange, kraulten sich gegenseitig und es war Ruhe. Morgens flog Fipsi rüber und wir konnten das Trenngitter wieder reinschieben. Und wieder spielte sich alles wie am Vortag ab. Nachmittags ließen wir Fipsi mit rüber und hielten beide zusammen isoliert. Nach 7 Tagen rief ich entnervt den TA an, weil sich bei Emelie nichts geändert hatte. Sie sollten weiter isoliert bleiben und Bachblütentropfen ins Trinkwasser bekommen.
Zwischendrin hielt uns dann Trulla auf Trab. Sie rannte stundenlang mit kurzen Unterbrechungen hin und her. Dabei wechselte sie zwar die Plätze, aber dann ging kurze Zeit später das Gerenne weiter. Ansonsten war nichts Auffälliges. Das jedoch reichte schon, um damit Olli irre zu machen, der immer auffälliger wurde. Nach dem TA - Besuch mit negativen Testergebnissen wurde auch Trulla isoliert gehalten. So wirklich gebracht hat das allerdings auch nicht.
Zuletzt erkrankte Olli erneut. Er fing an, trocken zu würgen, immer wieder mal wenige Male. Das erinnerte uns an Charly und wieder stieg Panik auf. Auch mit Olli gingen wir zum TA und nahmen Tünnes mit, der nun auch mit seinen Krallen immer irgendwo hängen blieb. Bei Olli wurden dann Trichomonaden diagnostiziert. Wieder ein Vogel, der isoliert werden musste. Mir gingen die Käfige aus. Und wieder Behandlung aller Vögel mit Medikamenten, wenn diesmal auch "nur" über das Wasser. Weitere 2 Vögel würgten am nächsten Tag.
Wir ließen Emelie und Fips zwei Tage später wieder zu den anderen und auch Trulla, da sich an ihrem Verhalten nichts änderte. Man mag es für verrückt halten, aber Emelie zeigte von da an gespreizten die Flügel immer seltener. Es sind bestimmte Auslöser, die sie dazu bewegen, z.B. wenn ihr ein Vogel direkt über den Kopf fliegt oder wenn beim Freiflug Grünfutter oder Schälchen auf den Käfig gestellt wurde, solange sie sich im Käfig befand.
Ein erneuter Abstrich bei den drei Vögeln zeigte keine weiteren Trichomonaden mehr. Nachdem die Vögel wieder täglich in den Freiflug dürfen, zeigt auch Trulla nichts mehr an Auffälligkeiten.
Der Artikel wurde am 04.11.2009 von veröffentlicht.
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